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Abrufvertrag

Der (echte) Abrufvertrag gehört zu den besonderen Einzelarbeitsverträgen (EAV). Er unterscheidet sich zum Teilzeitarbeitsvertrag dadurch, dass vertraglich keine bestimmte Arbeitszeit vereinbart wird und der Arbeitnehmende daher keinen Anspruch auf ein bestimmtes Arbeitspensum geltend machen kann. Ähnlich wie bei der Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeit gilt: Ohne Arbeitsabruf kein Lohn (und keine Lohnfortzahlungspflicht). Im Gegensatz zur Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeit kann ein Abrufvertrag unbefristet gestaltet werden.

Beim Abrufvertrag ist zu beachten/regeln:

  • Abrufverpflichtung: Ist dem Abruf Folge zu leisten oder kann er abgelehnt werden.
  • Abrufbereitschaft: Muss sich der Arbeitnehmende während der Abrufbereitschaft im Betrieb / auf dem Betriebsgelände befinden (= 100% Lohnanspruch) oder nicht (Lohnanspruch nicht gesetzlich geregelt, in der Regel eine im Verhältnis zum Normallohn deutlich tiefere Entschädigung).

Arbeit auf Abruf bedeutet kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit (KAPOVAZ) und unterliegt grundsätzlich keinen Kündigungsfristen, sondern der Arbeitnehmende wird nicht mehr abgerufen. Allerdings kann länger dauernden Abrufverträgen (hier ist der Gesetzgeber unkonkret) mit rückblickend betrachtet regelmässigen Arbeitspensen durch Richterspruch eine Kündigungsfrist zugesprochen werden. Der Gesetzgeber geht dann davon aus, dass der Arbeitnehmende zurecht mit einem bestimmten Einkommen rechnen darf und ihm die Kündigungsfrist (nach OR) wie einem ordentlich Arbeitnehmenden zusteht. Dasselbe, wenn über eine längere Dauer ein durchschnittlich stabiles Pensum geleistet wird und sich dieses plötzlich markant verringert.
Bei Arbeit auf Abruf ist der Versicherungsschutz eingeschränkt. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang der (wahrscheinliche) Wegfall der Lohnfortzahlung. Weshalb die Klammer: Wird im Zusammenhang mit Abrufverträgen geklagt, berücksichtigt das Gericht die – in der Regel – schwächere ökonomische Lage des Arbeitnehmenden zu dessen Gunsten.

Der echte Abrufvertrag beinhaltet keine Angaben zum Arbeitspensum oder zu bestimmten Zeiten und Dauern, an denen Arbeitnehmende die Arbeitspflicht zu erfüllen haben. Sind diesbezüglich jedoch vertraglich konkrete Vereinbarungen vorhanden, handelt es sich automatisch um einen unechten Abrufvertrag, der die Lohnfortzahlungspflicht, die Einhaltung der Kündigungs- und Sperrfristen und Versicherungspflichten des Arbeitgebers - mit den entsprechenden Kosten - nach sich zieht.

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